Buch des Monats Oktober

J.R. Moehringer: Tender Bar

JR wächst im New York der 60er Jahre im engeren Familienkreis seiner alleinerziehenden Mutter auf. Wie seine Mutter versucht er, dem ständigen Kreislauf von Armut und Abhängigkeit von den Großeltern zu entkommen. Dabei findet er seinen Lebensmittelpunkt in der ältesten Bar seines Stadtteils Manhasset. Umgeben von zahlreichen skurrilen Vaterfiguren, findet er Halt und eine Perspektive für die Zukunft. Es gelingt JR sogar, ein Stipendium für das Yale-College zu bekommen. Doch entgegen den Wünschen seiner Mutter entschließt er sich nicht zu einem Jurastudium, sondern zu einer Journalistenkarriere. Ermutigt durch regelmäßige Besuche in der Bar und zahlreiche Gespräche mit seinen Freunden dort, wird er Volontär bei der New York Times. Die nachfolgende Stagnation seiner Karriere kann er erst durch einen tragischen Zwischenfall in der Bar durchbrechen. – Der liebevoll erzählte, autobiographische Roman eröffnet dem Leser die Welt eines scheinbar sozial benachteiligten Menschen. Der Mikrokosmos der Bar filtert nicht nur den ganzen Reichtum der Hauptfigur sondern auch die wirklich wichtigen Lebensgefühle eines Menschen heraus: Mut, Kraft, Freundschaft, Großzügigkeit und Liebe. Ein herrliches Buch, das man nicht verpassen sollte. (Rezension: Borromäus-Verein)

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